Der Stil entscheidet

Platz für Stilisten – Andreas Moller hat erfolgreich in London bei großen Modemachern gearbeitet. Heute setzt er in der Metropolregion Nürnberg seine Kreationen für ein internationales Publikum um. Warum er sich bei der Wahl des Ortes für seine Maßschneiderei für Weiden und nicht für die Modemetropolen London oder Paris entschieden hat, erfahren Sie hier.

„Es war ein typisch englischer Tag. Regen, dunkler Himmel, typisch englische Stimmung. Einfach ein unglaubliches Erlebnis“, erzählt Andreas Moller von seinem ersten Spaziergang durch die Savile Row in London, eine für ihre zahlreichen Herren-Maßschneider berühmte Einkaufsstraße. Für Moller eine Art Schicksalsstraße. Denn hier wollte er arbeiten, an dem Ort, wo „im Moment die Herrenmaßschneiderei neu interpretiert wird.“ Trotzdem hat er sich für die Selbstständigkeit in Weiden entschieden.

„Ich wollte wieder zu den Wurzeln zurück.“

„Das ganze Leben, der ganze Tagesablauf in London ist anders. London war jeden Tag ein Kampf“, erzählt Moller von der anstrengenden Zeit in der Metropole. Den endgültigen Anlass, nach Weiden zurückzukehren und den Traum der Selbstständigkeit zu verwirklichen, lieferte eine Begegnung in der Savile Row. „Dort wurde ich einmal auf einen Anzug angesprochen und gefragt, was denn das für ein cooler Anzug sei. Lustigerweise habe ich genau den aber lange vorher in Weiden genäht“, sagt Moller. Danach war für Moller klar, dass er sein Handwerk wieder in seiner Heimatstadt ausführen möchte. „Ich wollte wieder zu den Wurzeln zurück und noch einmal mit meinem Vater zusammenarbeiten“, sagt der 46-Jährige. Seit 1882 führt die Familie das eigene Geschäft in Weiden. 2005 hat Moller das Geschäft dann übernommen. „Ich wollte einfach meine Ideen, meine Visionen durchsetzen. Für mich ist es einfach stark, so ein Projekt an einem Ort zu machen, der ungewöhnlich ist und wo man es vielleicht nicht erwartet.“

Die Anzüge für seine Kunden fertigt Moller dabei wie vor 100 Jahren in Handarbeit. „Jede maschinelle Hilfe, die die Arbeit erleichtern soll, haben wir wieder infrage gestellt. Denn nur, wenn man so handwerklich und traditionell arbeitet wie wir, kommt der eigentliche Stil richtig heraus.“ Den eigenen Stil des Kunden mit den Anzügen zum Leben zu erwecken, ist das oberste Ziel seiner Arbeit. Dafür setzt er das in London etablierte „bespoke“-Prinzip um. „bespoke“ bedeutet, dass Moller sowohl das Kundengespräch führt, um den Anzug und die Wünsche zu besprechen, als auch den Schnitt selbst anfertigt – und nicht nur die Maße in die Fertigung weitergibt.

„Hier habe ich die besten Voraussetzungen,
mich auf die Arbeit zu konzentrieren.“

Die Idee, Maßanzüge auf diese Weise zu fertigen, kam Moller dabei über den Sport. Der leidenschaftliche Snowboarder und mehrmaliger Sandboarding-Weltmeister erkannte während seiner aktiven Zeit, dass Boards aus der Serienfertigung oft nicht zum Stil des Fahrers passten. Also ließ sich Moller das perfekte Board maßanfertigen. „Da dachte ich mir, dass das auch auf Kleidung übertragbar sein muss.“ So entschied sich Moller dafür, Maßschneider zu werden, obwohl ihm sein Vater von dem Beruf, der vom Aussterben bedroht war, abriet. Nach seiner Ausbildung in München zog es ihn dann nach London, wo er neben Ozwald Boateng auch für Vivienne Westwood arbeitete.

Moller sieht in der Metropolregion Nürnberg große Zukunftschancen für sein Handwerk. Denn Einzelfertigung werde in der Zukunft immer mehr an Wert gewinnen und der Standort hier sei einfach ideal: „Die Infrastruktur ist für das, was ich mache, fast noch besser geeignet als zum Beispiel in London. Hier habe ich die besten Voraussetzungen, mich auf die Arbeit zu konzentrieren und ökologisch und nachhaltig zu produzieren. Egal woher meine Kunden kommen.“

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